Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein

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Inhalt: Liegestellen am freifließenden Rhein

von Rhein-km 334,940 bis 621,300

Der Rhein ist eine der größten Binnenwasserstraßen Europas und dementsprechend ein stark frequentierter Fluss. Sichere Liegestellen sind hier zwingend notwendig, ähnlich wie Sicherheitsstreifen oder Autobahnrasthöfe auf den Bundesautobahnen.

Als Liegestelle wird die gesamte Anlage zum Festmachen und Stillliegen der Berufsschifffahrt im Güterverkehr bezeichnet. Eine Liegestelle kann dabei aus mehreren Liegeplätzen bestehen. Die Liegestellen am Ober- und Mittelrhein befinden sich in den meisten Fällen direkt im Strom mit einem sicheren Abstand zur Fahrrinne und Ufer. Eine Liegestelle dient keinesfalls zum Abladen von Gütern, sondern dort ist es lediglich den Fahrzeugen und Verbänden erlaubt stillzuliegen. Dies ist nicht nur wichtig um die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten zu können, sondern auch um Dinge des täglichen Bedarfs zu erledigen (z. B. für den Besatzungswechsel, Einkäufe, Arztbesuche, kleinere Reparaturen usw.). Des Weiteren sind Liegestellen Anlaufstelle bei Hochwasser, Havarien und Wartezeitüberbrückung vor dem Umschlag im Hafen.

Im Prinzip ist es zwar auf dem gesamten Rhein gestattet, außerhalb der Fahrrinne, den Anker zu setzen um dort stillzuliegen (es sei denn es ist strompolizeilich an dieser Stelle untersagt). Allerdings kann ein ankerndes Schiff im Strom leichter „vertreiben“ als eines, das an einem Dalben/ Poller festgemacht ist. Ein „vertreibendes“ Schiff ist sowohl eine Gefahr für dessen Besatzung, als auch für den laufenden Schiffsverkehr. Die Gefahr für Havarien steigt.

Entlang des Rheins sind bereits einige Liegestellen vorhanden, jedoch sind diese i.d.R. nur mit Pollern, an denen die Schiffe festmachen können, ausgestattet. Es gibt keine Möglichkeit das Schiff ohne erhöhten Aufwand und gewisses Sicherheitsrisiko zu verlassen. Diese minimalistische Ausstattung ist für die heutigen Standards der Berufsschifffahrt nicht mehr ausreichend.

Standardisierte Liegestellen bestehen immer aus Dalben, Landgangstegen und ggf. einem Autoabsetzplatz. Die maßgebende Bemessungsschiffsgröße beträgt für Einzelfahrer eine Länge von 135 m mit einer Breite von 17,70 m und für Schubverbände eine Länge von 193 m mit einer Breite von 22,90 m.

Dalben sind Pfähle aus Stahl, die in den Untergrund gerammt werden. An Ihnen können Schiffe sicher festgemacht werden.

Die Landgangstege werden aus einer Stahlfachwerkkonstruktion gefertigt und ermöglichen den sicheren Landgang.

Ein Autoabsetzplatz kann als Fahrzeugbrücke (ebenfalls eine Stahlfachwerkkonstruktion) oder in Spundwandbauweise realisiert werden. Die Bauweise wird für jede Liegestelle individuell an die örtlichen Gegebenheiten angepasst. Ein Autoabsetzplatz hilft den Schiffern auch Dinge des täglichen Bedarfs mit dem Auto zu bewältigen. Das Stillliegen am Autoabsetzplatz ist nur für die Zeit des Autoabsetzvorganges erlaubt. In der Regel dauert dieser etwa 30 Minuten. Der Autoabsetzplatz ist demnach nicht als Liegeplatz geeignet.

Die Wasserstraßen und Schifffahrtsämter Bingen, Mannheim und Freiburg stellten eine Unterlage für die Beantragung von Haushaltsmitteln des Bundes für die zu ertüchtigenden bzw. neu zu errichteten Liegestellen am Ober- und Mittelrhein auf. Insgesamt umfasst die, im Jahr 2007 aufgestellte und im Jahr 2014 mit einem Nachtrag versehene, Haushaltsunterlage den Bau von 17 Liegestellen von Iffezheim (Rhein-km 334,940) bis Brohl (Rhein-km 621,300).

Seit August 2018 werden ein Teil der geplanten Liegestellen durch das WSA Duisburg-Rhein bearbeitet. Laut derzeitigem Projektplan werden diese voraussichtlich bis Ende 2026 fertiggestellt sein.



Übersicht Liegestellen am Mittelrhein / Oberrhein