Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein

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Inhalt: Die Flutmulde Rees: Schutz von Natur und Lebensraum

Die Flutmulde Rees entsteht in einem ökologisch sensiblen Raum. Denn das Gebiet rund um die Reeserschanz steht im Bereich des Kreises Wesel unter Naturschutz und im Kreis Kleve unter Landschaftsschutz. Daher wurde die Trasse der Flutmulde in einen Korridor gelegt, der die Umwelt am wenigsten beeinträchtigt. Zudem wird die Flutmulde selbst naturnah ausgestaltet, zum Beispiel in dem die Uferzone mit Röhricht bepflanzt wird. Die Böschungen werden naturnah gestaltet und gesichert. Es wurde eine Fluchtinsel angelegt, auf der sich Tiere im Falle eines Hochwassers in Sicherheit bringen können. Zusätzlich werden heimische Hecken, Gebüsche, Einzelbäume und Baumreihen angepflanzt.

Die Stützung des Grundwasserspiegels hat positive Auswirkungen auf die neuen Flachwasser- und Schlammflächen. Sie unterstützen die Entwicklung der Feuchtgebietsfauna. Vögeln, Fischen und Amphibien bietet ein Feuchtbiotop hervorragende Lebensbedingungen. Die Artenvielfalt der Grünlandvögel wie Uferschnepfe, Rotschenkel und Wiesenpieper kann wieder ansteigen. Der Lebensraum der bedrohten Wolfsspinne Arctosa cinerea wird erhalten. In der Auenlandschaft können sich auch wieder typische Baum- und Straucharten ansiedeln.

Ein Fachbüro unterstützt das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein bei seinen Arbeiten und berät in Fragen der ökologischen Bauleitung. Auf die Brutzeiten der Vögel wird Rücksicht genommen, sodass die entsprechenden Gebiete dann nicht betreten werden. Die Entwicklung von Pflanzen- und Tierarten wird regelmäßig überprüft und dokumentiert.
Die Rastvögel und Wintergäste werden während der Bauphase durch eine wöchentliche Bestandsaufnahme von Anfang November bis Ende Februar erfasst. Im Rahmen der letzten Untersuchung 2013/2014 wurden insgesamt 27 Wasservogelarten, fünf Gänsearten und drei Halbgänsearten gezählt. Die durchschnittliche Anzahl der im Untersuchungsgebiet erfassten Tiere beläuft sich auf etwa 440 Wasservögel und 3.000 Gänse (Bläss-, Grau-, Saat-, Kanada- und Weißwangengänse sowie die Halbgänsearten Niel-, Rost- und Brandgänse). Im Vergleich zu früheren Kartierungen ist die Zahl der Wasservögel und der Gänse stabil geblieben. Sogar die seltene Riesentafelente wurde bereits dort gesichtet. Es ist der erste Nachweis dieser Art in ganz NRW. Auch drei Große Brachvögel haben die Flutmulde besucht und ein Seeadler hat die Flutmulde als Jagdrevier für sich entdeckt.

Ufervegetation auf der Rheinseite Österreichische Sumpfkresse (Rorippa austriaca) Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina) Wilde Sumpfkresse (Rorippa sylvestris) Gänse-Fingerkraut & Kriechendes  Fingerkraut (Potentilla anserina & P. reptans) Krauser Ampfer (Rumex crispus), Blütenstand Blässgänse (Anser albifrons) auf Feuchtgrünland Graugänse  (Anser anser) westlich der Überlaufschwelle Graugänse (Anser anser) und Saatgänse (Anser fabalis) Rostgänse (Tadorna ferruginea) Kiebitze (Vanellus vanellus) an der Flutmuldenböschung Silberreiher (Ardea alba) Riesentafelente (Aytha valisineria) auf der Flutmulde Rees Maskottchen “Rheinhild” (Uferschnepfe-Limosa limosa) freut sich auf ihre Artgenossen Graureiher (Ardea cinerea)